Drei neue Busse

Die Stadtbus Chur AG ist bei der Beschaffung von Bussen nie mit einer sogenannten „Ein- Markenstrategie“ gefahren. Wir haben uns stets auf dem „Markt“ umgesehen und die für unsere Verhältnisse geeignetsten Fahrzeuge gekauft. Wir wurden dafür vielleicht oft belächelt – aber im Ganzen gesehen hat sich unsere Flexibilität gelohnt.

Neu befahren ab den nächsten Tagen drei speziell für den Stadtbus Chur gebaute MAN- Linienbusse unsere Strassen. Es muss ja nicht immer nur „Mercedes“ sein, die zwar sehr gut, aber auch recht teuer sind.

Busse kann man nicht wie einen Personenwagen sozusagen ab  Lager kaufen. Die komplexen Fahrzeuge werden anhand eines umfangreichen Baubeschriebes einzeln für den Besteller hergestellt. Das geht im Detail von der Polsterung bis zu den technischen Finessen, die es heutzutage einfach braucht. Wir könnten auch die Lackierung bereits in der Fabrik bestellen. Das machen wir aber nicht, sondern wir „kleben“ unsere Logos - und vor allem die Werbung - auf einen weissen Bus. Jede Änderung kann dann später relativ einfach in unserer Garage vorgenommen werden.

Recht aufwendig ist die technische Zusatzausrüstung, welche wir für einen geordneten Betrieb benötigen. Einzelteile sind von uns selber in Zusammenarbeit mit Ingenieuren der HTW Chur und von spezialisierten Firmen (Fela, Diessenhofen) entwickelt worden.

Um die jetzt neu eingetroffen MAN-Linienbusse für den normalen Fahrbetrieb auszurüsten, sind zahlreiche zusätzliche Einbauarbeiten nötig. So ist zum Beispiel das Positionsorientierte Informationssystem – damit die Leitstelle immer weiss, wo der Bus gerade fährt (oder steht) und der Chauffeur die Informationen über die Einhaltung des Fahrplans erhält – zu installieren.

Das umfassende Kassasystem mit den Abo-Entwertern muss eingerichtet werden. Dazu gehören auch die Sende- und Empfangsgeräte für alle Daten, welche vom Bus gesendet und empfangen werden müssen. Erwähnt seien der Funk, die Positionsdaten für den Chauffeur, die Werbung, die Nachrichten, die Zielanzeigen mit den Zeiten für die Passagiere usw.

Zur Sicherheit von Fahrer und Passagieren gehört insbesondere auch die Videoanlage, die ebenfalls in unserer Garage eingebaut wird. Nicht zu vergessen ist die automatische Zählung der Fahrgäste (die brauchen wir, um im Tarifverbund sicher abrechnen zu können).

Ach ja – noch ein Wort zu den Zusatzkosten in Chur. Sie betragen  für eine Woche intensiver Arbeit und die technischen Geräte nochmals 40 bis 60‘000 Franken, die zum Kaufpreis (je nach Ausrüstung über 400‘000 Franken) dazu gezählt werden müssen.

Und  noch eine Kleinigkeit zum Schluss: Die Stadtbus Chur AG muss die Busse aus selber erwirtschafteten Mitteln kaufen. Beträge dafür erhält sie nicht.

Chur, 8. Dezember 2013 / Dieter Heller